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Pressemitteilungen

Durch den Behörden-Dschungel: Mit einem Vorschuss an Vertrauen zum Job

Piening Personal | 01.12.2017

Nur wenige Flüchtlinge finden einen Job. Dabei würden viele Unternehmen das gerne ändern. Oft scheitern sie jedoch an Vorschriften und Regelungen bei den Behörden. Der Personaldienstleister Piening Personal beschäftigt Geflüchtete und erleichtert dadurch das Ankommen in einem neuen Leben.  

Behördengänge und viele Bewerbungen sind auch der Anstellung von Mohammed Mukhar Osmani vorausgegangen. Der 21-Jährige ist über einen Schulfreund auf Piening Personal aufmerksam geworden und konnte schließlich einen Job als Maschinenbediener annehmen. Der Weg dahin war aber nicht leicht, denn die Bürokratie stellt den Unternehmen und Geflüchteten einige Hürden. Dabei machte er nach der gefährlichen Reise mit damals nur 17 Jahren von Afghanistan nach Deutschland sogar seinen Realschulabschluss und schaffte damit die besten Voraussetzungen. „Durch mein etwas schlechteres Deutsch und meiner Duldung ist es für mich sehr schwer, einen Job zu finden“, erzählt Mohammed Mukhar Osmani.

Die wollen doch eh nicht arbeiten: Im Gegenteil

„Ich glaube, viele verstehen unsere Kultur, unseren Charakter und die Religion nicht. Deshalb habe ich immer noch mehr ausländische Freunde als deutsche Freunde“, erklärt Mohammed Mukhar Osmani. „Ich höre zum Beispiel auch Aussagen wie ‚die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg`. Das finde ich nicht fair. Es ist wahr: Diejenigen, die etwas erreichen möchten, brauchen Unterstützung und Menschen, die sich mit den Regeln und dem System auskennen. Aber grundsätzlich ist jeder für sich verantwortlich und wenn man arbeiten möchte und sich anstrengt, klappt das auch. In meiner Familie sagen wir immer: Lieber miteinander reden, als übereinander reden“. Mit dieser Einstellung möchte Osmani im nächsten Jahr eine Ausbildung zum Industriemechaniker beginnen. Bis es soweit ist, sammelt er Erfahrungen bei Industrieunternehmen. Ein Arbeitsplatz bei Piening Personal, die die nötigen Kontakte haben, sollte ein guter Einstieg sein und ihn auf die Ausbildung vorbereiten. „Für Herrn Osmani ist seine Stelle als Maschinenbediener bei uns nur eine Zwischenstation: in ihm steckt noch mehr. Auf Dauer würde der Job ihn nicht glücklich machen – das wissen wir“, erzählt Simon Ahlborn, Personaldisponent von Piening Personal aus Kassel. „Bei uns lernt er verschiedene Unternehmen und Aufgabenbereiche kennen“.

Erfahrungen sammeln in der Zeitarbeit

Zeitarbeit ist für Flüchtlinge eine Möglichkeit, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und kann ein erster Schritt zur Orientierung sein. „Auch wenn es für uns zur täglichen Arbeit gehört, Menschen, die sich einbringen und etwas leisten möchten, eine berufliche Perspektive zu bieten, muss im Fall von Flüchtlingen, rechtlich gesehen, wesentlich mehr beachtet werden“, erzählt Frederik Stiebich, Niederlassungsleiter von Piening Personal in Kassel. „Eine gute Kooperation zu Jobcenter und Behörden ist unbedingt erforderlich“. „Und selbst dann ist es nicht immer einfach. Jeder Fall ist individuell“, ergänzt Simon Ahlborn. Bei Mohammed Mukhar Osmani musste beispielsweise ein Arbeitsvertrag bei der Ausländerbehörde eingereicht werden, um überhaupt erst eine Arbeitserlaubnis vom Arbeitsamt zu erhalten. Die Bearbeitung hat über fünf Wochen gedauert. „Herrn Ahlborn bin ich besonders dankbar. Er hat sich für mich eingesetzt, obwohl er nicht wusste, ob er nach der langen Bearbeitungszeit der Ämter einen Job für mich hat. Das Vertrauen und das Risiko, das er eingegangen ist, weiß ich zu schätzen“, freut sich Osmani. „Ich wünsche mir von mehr Menschen diese Offenheit, Verständnis für die Kultur und Hilfsbereitschaft. Wir gehen aufeinander zu und ich weiß, dass ich mich melden soll, wenn es Probleme gibt, ich nicht pünktlich kommen kann usw.“ Mittlerweile beschäftigt Piening Personal in Kassel rund zehn Flüchtlinge und bietet ihnen Jobs und Entwicklungsperspektiven.

Trotz des sicheren Jobs ist die Zukunft ungewiss

Die klaren Zukunftspläne des Afghanen sind durch seine erneut ausstehende Aufenthaltserlaubnis vorerst ungewiss. Über einen neuen  Sachbearbeiter der Ausländerbehörde wird sein Fall noch einmal einer Prüfung unterzogen. „Kassel ist meine Heimat: hier leben meine Familie und Freunde – ich bin glücklich. Wir wollten weg von der Gewalt und Kriminalität in Afghanistan und uns hier ein Leben aufbauen. Es wäre eine Katastrophe, wenn ich zurück müsste“, beschreibt Osmani sein Gefühl. Er schätze die Freiheit und die Regeln, die für alle Menschen gleich sind.

 

 

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