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Was bei einer Krankschreibung beachtet werden muss

Piening Personal | 27.02.2018

Achtung, Krankschreibung! Wer krankgeschrieben ist, muss seine Zeit nicht ausschließlich im Bett verbringen. Doch was darf man machen, wenn man krankgeschrieben ist? Wir geben einen Überblick, was Arbeitnehmer bei einer Arbeitsunfähigkeit beachten müssen und was sie auf jeden Fall lassen sollten! 

Frisch verheiratet – und fristlos entlassen. Ohne Scherz: So kann’s passieren, wenn man’s zu leicht nimmt mit der Krankschreibung. Erleben musste das ein junger Lagerist. In sein Facebook-Profil hatte er drei Fotos eingestellt, die ihn dabei zeigten, wie er bei seiner Hochzeit seine hochschwangere Braut durch ein ausgeschnittenes Herz trägt. Gar nicht romantisch, fand dies sein Arbeitgeber, eine Spedition. Die hatte selbstverständlich nichts dagegen, dass der Arbeitnehmer unter die Haube gekommen war. Wohl aber, dass er zum Zeitpunkt, als die Fotos entstanden, schon seit einem Monat wegen eines Bandscheibenvorfalls krankgeschrieben war.

Was darf ich tun, wenn ich krankgeschrieben bin?

Fest steht: Eine Krankschreibung bedeutet keineswegs, sich ans Bett gefesselt zu fühlen. Erlaubt ist alles, was die Genesung fördert. Darin sind sich Arbeitsrechtler einig. Bei manchen Beschwerden kann es sogar wichtig (und richtig) sein, trotz Krankschreibung etwas zu unternehmen, zum Beispiel frische Luft zu tanken, statt zu Hause auf dem Sofa zu liegen. Arbeitnehmer sollten bei Arbeitsunfähigkeit nur nichts machen, das die Beschwerden verschlimmert. Hand aufs Herz: Bei einem Rückenleiden ist arbeiten im Garten ganz bestimmt nicht förderlich. Einkaufen hingegen – das muss meist ja sein, zumindest dann, wenn niemand anders stattdessen den Kühlschrank wieder füllen kann. Und wenn die eigene Krankheit nicht ansteckend ist.

Krank bei der Arbeit: Muss der Chef mich nach Hause schicken?

Was ist mit denen, die sich am Arbeitsplatz für unabkömmlich halten, gesundheitliche Warnsignale missachten oder Krankheit gar als Schwäche empfinden, die sie auf keinen Fall zeigen wollen? Immerhin gaben in einer DGB-Umfrage 67% der Arbeitnehmer an, im vergangenen Jahr trotz Krankheit gearbeitet zu haben. „Ob ich arbeitsfähig bin oder nicht, entscheide ich selbst”, befindet hierzu ein Fachanwalt für Arbeitsrecht. Selbst wenn ein Arzt rät, nicht arbeiten zu gehen, liegt die Entscheidung ganz allein beim Mitarbeiter. Der Arbeitgeber kann nur stoppen, dass Arbeitnehmer krank erscheinen, wenn andere dadurch gefährdet werden. Lkw-Fahrer mit Kreislaufproblemen ans Steuer zu lassen: Das beispielsweise sollte der Chef unbedingt verhindern. Auch wer einen eingegipsten Finger hat, kann in den meisten Fällen seine Arbeit am Computer nicht durchführen, ohne die Genesung zu bremsen. Auch dann kann der Boss getrost Mitarbeiter krank nach Hause schicken. Neben dem eigenen Wohlbefinden sollte immer auch an die Gesundheit der Kollegen gedacht werden. Denn die steckt man am Arbeitsplatz schnell an.

AU-Bescheinigung: Was ist gesetzlich vorgeschrieben?

Wichtigste Regel: Wer sich zu krank für den Arbeitsplatz fühlt, muss seinen Arbeitgeber so schnell wie möglich darüber informieren. Wann außerdem eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vom Arzt vorgelegt werden muss, wird sehr unterschiedlich geregelt. Gemäß Urteils des Bundesarbeitsgerichtes dürfen Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern ein Attest bereits am ersten Tag ohne Begründung verlangen. Ist das anders geregelt, steht es zumeist im Arbeitsvertrag. Länger als bis zum vierten Tag aber darf es kaum dauern, bis der „gelbe Schein“ beim Arbeitgeber eintrifft.

Kündigung – wegen Fotos bei Facebook

Alles Formelle hatte der gekündigte Lagerist übrigens korrekt gehandhabt. Dass er aber - trotz Bandscheibenvorfalls, seine Frischvermählte, zudem auch noch schwanger, nachweislich gehoben hatte – spreche gegen Heilungserfolg, hieß es vor Gericht. Am Ende verglichen sich die Streitenden. Seinen Arbeitsplatz war der 21-Jährige dennoch los. Verhoben.

Ähnliches gab es vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf: Eine junge Frau verlor ihren Ausbildungsplatz als Friseurin – weil sie sich bei ihrem Chef krankgemeldet und dann nach Mallorca geflogen war. Auch ihr wurde ein Post bei Facebook zum Verhängnis: „Ab zum Arzt und dann Koffer packen.“ 

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